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Mittwoch, 22. Mai 2013

Offene Waadtländer Weinkeller


Bonjour,

wie dieses Jahr nicht anders zu erwarten war für das lange Pfingstwochenende Regen angesagt. Und dennoch planten wir zusammen mit unserer Facebook Gruppe 'Deutsche in Genf' einen Ausflug in die Weinberge der Region. Diese zählen mit ihren terrassierten Steillagen sogar zum Weltkultur Erbe.
Die Region hatte zum Tag des offenen Weinkellers eingeladen und sogar die Schweizer Bahn gewährte einen Sonderrabatt um die Besucher vom Autofahren abzuhalten – denn feucht fröhlich könnte es werden. Genf ist eine sehr internationale Stadt und so bestand unsere kleine Gruppe aus Chinesen, Taiwanesen, Schweizern und uns 2 Deutschen. Daher war Englisch zur Kommunikation angesagt. Am späten Vormittag ging es los mit dem Regionalexpress in Richtung Lausanne. In Rolle stiegen wir in die bereits wartenden Shuttle Busse um, nachdem wir uns unsere 'Eintrittskarte' abgeholt hatten. Wir bekamen jeder ein Täschchen, in dem ein Weinglas steckte umgehängt ….
 So ausgerüstet hielten wir am ersten Weinkeller und wurden von den Winzern persönlich und mit einem ersten Schluck Chasselas (Regionale Weisswein Rebsorte) begrüsst. Der haute uns so fast nach dem Frühstück echt um und wir spuckten so wie vorgesehen die weiteren Köstlichkeiten in den Eimer am Tisch :-( Dazu gab es hausgemachte Pastete, salziges Blätterteig Gebäck und natürlich Baguette.
Ein, wie ich finde tolles Ambiente mit modernem Eisenkamin und innovativen Lampen.Nach einem kurzen Besuch des Schlosses – rein in den Bus und weiter bergauf nach Féchy. Der Blick über den See und die Weinberge war umwerfend und so liessen wir uns auf der Terasse der Winzerfamilie Molliex nieder.
Es gab deftige Speckplatte und Gryerzer Käse begleitet von einem Gamay Roten. Die Sonne kam immer wieder durch und wir beschlossen auf jeden Fall zum Einkauf retour zu kommen.
Madame erklärte uns geduldig in gebrochenem Englisch die Geschichte des Weingutes und sogar das hübsche Etikett mit dem Clown drauf – den die Urgrossmutter entworfen und gewebt hatte. Einer unserer Chinesen tauschte mit Ihr dann die Adresse aus, da er freiwillig bei der Weinlese im Oktober helfen will. Ein hartes Stück Arbeit in diesen Steillagen ….
 
 
Weiter ging es heiter. Nun wieder bergab in Richtung See mit einem Stop im Chateau in Perroy. Hier schmeckte uns der Angebotene Wein überhaupt nicht und schnell suchten wir per Pedes das Weite. Schade eigentlich, da der beschauliche Ort sehr nett ist. Und weiter mit der Benzinkutsche hinauf nach Mont-Sur-Rolle.
Der Hausherr des Chateau de Chatagneréaz war so freundlich uns in seine heiligen Keller zu führen und wir bestaunten die riesiegen hölzernen Fässer, die teils 100 Jahre auf dem Buckel haben. Jeder Mitarbeiter verewigt sich mit einer russenden Kerze an der Decke. Bis 1870 reichen die schwarzen Erinnerungen zurück. In Gehentfernung erreichten wir die letzte Station unserer Erkundungstour und das war auch gut so. Unser etwas älterer Taiwanese hatte jeden Schluck getrunken und hatte bereits leichte Ausfall Erscheinungen.
Wir setzten uns in die Maison Blanche, die entzückend dekoriert war und sogar einen Zieharmonika Spieler engagiert hatte. Mit französischen Volksliedern, Jahrganssekt und einem unglaublichen Blick liessen wir es uns so richtig gut gehen.
 
Nur ungern machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof und fröhlich und angeheitert erreichten wir Genf, gerade rechtzeitig vor der Regen kam.

Au revoir
Monsieur Jack

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