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Freitag, 21. Dezember 2012

Der Weihnachtsmarkt


Bonjour,

es ist ungemütlich, wiedermal regnerisch und ein Paar Schneeflocken mischen sich immer wieder ins Grau des Himmels, das man vom Grau des Sees nicht unterscheiden kann. Ja es ist genau die richtige Stimmung um entweder depressiv zu werden oder einen Aufheller zu sich zu nehmen. Wir entschieden uns für Letzteres und machten uns warm eingepackt auf, ein Glühweinstandl irgendwo in der mit Lichterketten weihnachtlich geschmückten Stadt zu finden.
Weit gefehlt, wer denkt hier gibt es einen netten Weihnachtsmarkt! Wir fanden einen lieblos gemachten Weinstand mit 'Vin Chaud' – also heißem Wein in der Bahnhofsgegend und wollten uns partout nicht zu den seltsamen Gestalten dazu stellen. In der völlig verlassenen Altstadt schenkte eine Kneipe vor der Tür das Ersehnte aus – nur völlig einsam wollten wir uns auch nicht an das Rauchertischchen in die Kälte setzen. So kehrten wir nass, kalt und enttäuscht zurück und suchten nach Alternativen.
Eine Kollegin von Susanne machte uns dann auf den Weihnachtsmarkt in Montreux aufmerksam und so packten wir uns warm ein und ab ging es mit dem Expresszug in die Stadt am anderen Ende des Genfer Sees. Eine herrliche Fahrt durch die Weinregion mit ihren steilen Weinterrassen direkt am See entlang. Die Steilhänge leicht überpudert mit Schnee und die Sonne bahnte sich manchmals den Weg durch die dichte Wolkendecke und der See glitzerte wie mit tausenden Diamanten bestückt. Vom Bahnhof aus führt eine lange Treppe bis auf Seeniveau hinab und schon waren wir im ersehnten Paradies angekommen.
Es duftete nach Glühwein, Plätzchen, heißen Crêpes UND sehr intensiv nach KÄSE! Das Wasser lief uns im Munde zusammen und suchend liefen wir durch die schön gemachten Massivholz Buden direkt an der Strandpromenade entlang. Heiße Maroni am offenen Feuer im Kessel gegart mit den Schaumkrönchen des Wassers im Hintergrund waren beeindruckend.
Schnell kam der Hunger und wir fanden ein geschütztes Plätzchen in einer Blockhütte und fühlten uns wie Almödi und Heidi in den Schweizer Bergen. Käseduft gemischt mit Trüffelaroma machte die Entscheidung leicht und so holten wir uns ein getrüffeltes Käsefondue mit Gruyère und zwei Gläschen Muscadet dazu. Traumhaft – nur das Kaminfeuer zum Wärmen hat gefehlt.
So begann ich schnell zu Zittern und war um jeden wärmenden Bissen des zart geschmolzenen Hartkäses dankbar. Bude, reihte sich an Bude mit Allem was man so vom Markt kennt und in der überdachten Markthalle gönnten wir uns dann endlich das lange ersehnte. Ein Gläschen Glühwein :-)
Wir bummelten noch durch die Altstadt und auf dem Rückweg bewunderte ich eingehend die aus Tannenzweigen kreierten Waldschrate, Tiere und Skulpturen.
Manches Kind schaute erschrocken – ich jedoch war verzückt. Die Heimfahrt bescherte uns grandiose Ausblicke auf die Rhonelandschaft und die angrenzenden 3000er, die allesamt bereits weiß waren. Mit uns und der Welt zufrieden und versöhnt kehrten wir in das beschauliche Dorf Genf zurück und die Stimmung war bestens.
Wir wünschen Euch Allen ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins Jahr 2013 – das viel Neues und Gutes bringen möchte!

Au revoir
Monsieur Jack

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